Wintersitzung 2010
Eindrücke aus einer „Wintersitzung“ der Gemeinde im Jahre 2010
Hier am Beispiel der Gemeindevertreter-Sitzung am 11.02.10
Dass dieser Winter hart, lang und schneereich ist, darüber sind wir uns im Klaren.
Auf der Sitzung erstaunte es dennoch, dass der Bürgermeister in seinem Bericht fast 10 Minuten, einer Euphorie nahe, über die herausragenden Leistungen zur Schneeräumung berichtete. Die dabei verwendeten Worte liessen den Zuhörer fragen: Erleben wir soeben eine Persiflage, oder eine Rückkehr zu Ausdrucksweisen und Sprüchen aus vergangenen Zeiten, oder handelt es sich einfach nur um einen Realitätsverlust?
Aufgrund der nicht geräumten Schneemassen parkte der Bürgermeister doch selbst direkt vor dem „Kiek In“ auf der Strasse. Womit wurde denn diese Aktion legitimiert?
Ein Tourist (kein Einwohner! - trotzdem durfte er sprechen! – und stellte keine Frage!) war mit dem Zustand der Strassen einverstanden (durfte er darum sprechen?). Er hatte dennoch auf seinem Rückweg dieselben Probleme mit blockierenden Schneewehen wie die ehrliche Bürgerin, die es wagte den Strassenzustand zu beklagen. „Konstruktive“ Beiträge und keine Klagen wollte der Bürgermeister nun hören (erklärte aber nicht die Messlatte für das „Konstruktive“). So liessen ihn die Nennung diverser „Schnee- und Eisbrennpunkte“ verstummen, aber nicht zum Widerrufen seiner vorherigen Worte animieren, deren Inkorrektheit mit der Aufzählung der Mängel klar und ersichtlich belegt wurden.
Eine andere Bürgerin wollte wohl den Bürgermeister nicht in weitere Schwierigkeiten bringen. Sie äusserte sich nicht öffentlich. Sie sprach nach Ende des öffentlichen Teiles den Kurdirektor „privat“ an und gab Hinweise auf „Schnee- und Räumversäumnisse“. Da bleibt die Frage offen, wer sich sonst noch beschwert fühlte und nichts sagen mochte oder ---- wollte?
Letztlich ist es Fakt, dass der winterliche Strassenzustand in Prerow wohl der schlechteste auf dem Darß, wenn nicht gar auf der Halbinsel ist. In diesem Zusammenhang sollten wir uns an die Kündigung der Strassenreinigungsverträge Ende 2008 durch den damalig amtierenden und heutigen Bürgermeister, der dieses ohne Beschluss der Gemeinde verantworten muss, erinnern!
Wir hören viele (berechtigte) Klagen, damit muss umgegangen und an Verbesserungen gearbeitet werden. Schönfärberei und Verschweigen hilft in der Sache nicht weiter.
Zwei weitere, im Bericht erwähnte Punkte betrafen die Haushaltssituation im Amt Darß/Fischland und es gab Informationen zu einem privaten Gewerbebetrieb. Im letten Punkt fragen wir uns, was der Bürgermeister damit zu tun hat!
Zu Entwicklungen in unserer Gemeinde (gibt es überhaupt noch welche?) wurde leider kein Wort verloren. Auch wurde das Versprechen des Bürgermeisters in Sachen Therme nochmals Kontakt zu suchen bis heute nicht erfüllt! Was gilt ein Wort, was ein Versprechen?
Der öffentliche Teil der Sitzung der Vertreter der Gemeinde war dann bereits beendet. Die von der Wählergruppe „Rettet Prerow“ fristgerecht eingereichten 3 Beschlussvorlagen wurden nicht mehr behandelt. Der Bürgermeister führte vorweg und alleinig zum Inhalt sinngemäss mit den Worten „behindert, unsinnig, überflüssig, nicht notwendig“, aus und stellte den Antrag auf „Absetzen von der Tagesordnung“. Mit den demokratiebewussten Stimmen der bekannten Mehrheit wurden dann diese einzigen öffentlichen Punkte von der Tagesordung „katapultiert“. --------
Widerspruch?: „Wird nicht zugelassen!“
Es ist eben Winter in Prerow!
Ende der Sitzung, öffentlicher Teil
Ihre Wählergruppe „Rettet Prerow“
Sitzung Februar 2010